Träume sind Schäume

Der Sommer 2013 war für Vladimir und Kseniya der Start in eine bessere Zukunft. Voller Ideen, Hoffnungen und mit viel Elan siedelten die beiden von Russland nach Deutschland um. Begünstigt wurde ihr Vorhaben vom Fachkräftemangel in der Bundesrepublik Deutschland. Auch wenn beide keine Deutschen Vorfahren nachweisen konnten, hatte ihre Anträge auf ein Arbeitsvisum Erfolg. Möglicherweise eher deswegen, weil Kseniya als Krankenschwester gefragter war als Vladimir, der als einfacher Büromensch nicht so einen spärlich besetzten Job hatte.

Die ersten Monate waren für Vladimir und Kseniya nicht wirklich einfach. Die Sprachschwierigkeiten hatten sie unterschätzt. Das Lernen der deutschen Sprache war aber ein notwendiges Übel. Besondes für Kseniya, denn die meisten ihrer Patienten sprachen deutsch. Natürlich gab es auch Patienten, die nicht aus Deutschland kamen, aber arabisch konnte sie ebensowenig sprechen und verstehen wie spanisch, englisch und polnisch.

Kseniya kämpfte sich durch. Sie etablierte sich in ihrem Job. Sie hatte Talent für Sprachen. Genau das fehlte ihrem Ehemann. Dieser bemühte sich mehr die diversen Vodka-Sorten, die es in Deutschland zu kaufen gab, kennenzulernen. Es dauerte auch nicht lange bis sich Probleme mit seiner Arbeitsstelle einstellten, die dann nach noch nicht mal einem Jahr in einer Kündigung endeten. Das belastete die Ehe von Vladimir und Kseniya stark, denn nun war es Kseniya, die tatsächlich die Hosen an hatte. Diesen Groschen konnte der männliche Part der Familie noch weniger vertragen. Der Konsum von Alkohol und Zigaretten stieg.

Die Ehe kriselte nun nicht nur nach innen, sondern auch nach außen. Die lauten Auseinandersetzung blieben nicht nur in den eigenen 4 Wänden. Die Nachbarn hörten es und auch die Freunde und Bekannten des Paares nahmen war, dass etwas nicht stimmte. Doch Vladimir wies alles von sich und lebten in seinem Trott weiter. Sich wieder eine Arbeit zu suchen, kam ihm erst gar nicht in den Sinn.

Kseniya dagegen war sehr darauf erpicht nicht allzu viel Zeit zu Hause zusammen mit Vladimir zu verbringen. Meist artete es in Streit und Zank aus. Gewalttätigkeiten gab es noch nicht. Aber es war vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Hürde genommen würde.