Der Plan

Die Presse hatte die Unternehmensübernahme durch Ivan Molotov begleitet. In einem längeren Interview erzählte der Russe von seiner Vision, von seinem Wünschen und von seinem Plan. Er prophezeite der Stadt Dormagen und seinen Bürgern gute und rosig Zeit. Denn er war davon überzeugt, dass sein Plan aufgehen würde.

Was war das nun für ein Plan?

Nicht Ivan Molotov wollte wesentliches Geld in der Holzkopf GmbH & Co.KG investieren, also nicht mehr wie zum Erwerb notwendig war, sondern er suchte nach Geschäftspartnern und Investoren. Sein Unternehmen Seclus GmbH sowie sein Vertrauter Sergey Tallin spielten bei der ganzen Sache eine maßgebliche Rolle. Das erzählte er dem Pressemann allerdings nicht. Stattdessen erzählte er ihm Folgendes:

Für Ivan Molotov war es wichtig, dass die Holzkopf GmbH & Co.KG wirtschaftlich erfolgreich sein konnte. Mit seinen Verbindungen nach Russland, die für ihn nach wie vor wichtig waren, sollte die Fabrik wieder Gewinne machen. Zudem beabsichigte er um die Fabrik herum ein Netz aus Geschäftspartnern aufzubauen, die für alles mögliche mit eigenen Unternehmen dieses Netzwerk rund um Holzkopf GmbH & Co.KG aufbauen sollten. Import, Export, Softwareentwicklung, Materialforschung und wer weiß was noch alles. Ivan Molotov sprach von bis zu 40 Investoren, die er suchen wollte.

Die russischen Investoren sollten sich als Kommanditisten bei Holzkopf GmbH & Co.KG beteiligen, um frisches Geld in das Untenehmen zu bringen.

Damit war es fast sicher, dass Holzkopf GmbH & Co.KG schnell aus dem Schlamassel raus war und erfolgreich sein würde.

Ivan Molotiv war es aber nicht genug, dass sich russische Unternehmer rund um Holzkopf GmbH & Co.KG ansiedelten, sondern sie sollten eben investieren: Und zwar in die Holzkopf GmbH & Co.KG. Das hatte er im Interview so gesagt und angedeutet. Alles plauderte er natürlich nicht aus. Sein Plan sah vor, dass Verträge aufgestellt wurden, die die Holzkopf GmbH & Co.KG sowie die zu gründenden Unternehmen der russischen Investoren in einer Geschäftsbeziehung hielten. Diese Unternehmen hatten auch den Zweck, dass die Unternehmer, die immer gleichzeitig auch alleinige Gesellschafter als auch Geschäftsführer waren, nach 3 Jahren der Tätigkeit einen Daueraufenthaltstitet (Niederlassungserlaubnis) beantragen konnten. Das 3-jährige Visum zu Beginn sollte also dann ersetzt werden.

Für die Russen war das eine prima Sache, denn sollte es nicht Russland mal schlecht laufen, konnten sie in Deutschland bleiben und auch ihre Familien nach und nach holen. Damit wurden sie geködert. Für diese 3 Jahre aber, sollten sich die russischen Unternehmer als Privatpersonen bei Holzkopf GmbH & Co.KG als Kommanditisten beteiligen. Auch darüber wurde ein Vertrag abgeschlossen, der besagte, dass die Beteiligungssumme bei 800.000 Euro lag und bei frühzeitiger Kündigung nur die Hälfte, also 400.000 Euro ausgezahlt würden. Zudem sah der Vertrag vor, dass 12 Monate Ablauf des Vertrages, dieser Vertrag zu kündigen war. Würde nicht gekündigt werden, würden ebenfalls nur 50 % der Kommanditeinlage zurückgezahlt werden. Während der Laufzeit des Vertrages wurde eine feste Verzinsung von 2 % p.a. vereinbart.

Natürlich wollte Ivan Molotov immer und jederzeit die Fäden in der Hand halten. Darum würde es nach seinem Willen auch Geschäftsbesorgungs- und Dienstleistungsverträge geben, die Seclus GmbH mit den kommenden Gesellschaften schließen würden.

Damit wäre das Paket rund und nahezu idiotensicher.