Antiscammer

Das Erbe von Django Hurtig umfasste vor anderthalb Jahren mehrere Tausend unbearbeitete Mails, die nahezu zu 100 % reiner Scam/Spam waren und sind. Django hat gearbeitet und geschuftet wie ein Irrer ob seiner angeschlagenen körperlichen und seelischen Gesundheit.

Nach seinem Tod habe ich, Hurtiger, versucht den Ball aufzunehmen und mich an die Abarbeitung der Mailmassen begeben. Viele Mails sind doppelt und dreifach vorhanden, aber sie müssen gesichtet und bewertet werden. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Die Aufbereitung der Daten für eine ordentliche Darstellung der mutmaßlichen Scams ist gleichfalls sehr aufwendig.

Die Zeit, die Django als Rentner hatte, habe ich als berufstätiger Arbeitnehmer nicht. Daher bin ich mit Allem ins Hintertreffen geraten. Und das liegt hauptsächlich daran, weil ich nicht nur den damaligen Stand an Mails habe, sondern es sind in den letzten anderthalb Jahren nahezu 30.000 Mails hinzugekommen. Ein absoluter Wahnsinn.

Bei mehr als 400 aktiven Mailadressen, die Django, aber auch ich zur Scamjagd nutzten bzw. nutzen, kommt so einiges beisammen. Natürlich werden auf diese Mailadressen auch sehr viele Spammails gesendet. Wo es geht, habe ich die Spamfilter deaktiviert, um eben die tatsächlichen Scammails nicht zu verlieren. Daher muss ich mich mit diesen Mailmengen befassen.

Mir ist aber dennoch wichtig, dass die Informationen nicht gänzlich verlorengehen. Was ich nicht leisten kann, da es sehr zeitaufwendig ist, ist, dass ich zu allen von mir bewerteten Scams die Mailheader sichere. Das ist einfach zuviel, zumal ich meine Identität schützen muss. Ich konzentriere mich also auf die Inhalte wie Mailtexte und Bilder, unabhängig von den verwendeten Mailadressen. Diese sagen dem geneigten Leser mehr als die kryptisch anmutenden Mailheader. Der professionelle Antiscammer wird nun sein Haupt schütteln - ist mir klar.

Alle von mir veröffentlichten Vorgänge sind tatsächliche Scams. Bin ich mir bei einer Mail bzw. einem Vorgang nicht sicher, wird nichts veröffentlicht. Das gilt für die hiesige Seite als auch für die anderen Experimente, die ich angefangen habe. Eine Beweisdokumentation wie auf den Antiscam-Seiten, kann ich nicht durchführen. Dann wäre es besser, wenn ich alle Mails lösche und nichts mehr in dieser Richtung mache.

Und genau das möchte ich eben nicht.

Daher habe ich mich entschlossen, die Veröffentlichung so einfach wie möglich zu gestalten. Mailtext und eben vorhandene Bilder in einem Artikel posten - fertig. Meine Versuche mit WordPress und Joomla!, oder meine Eigenprogrammierung, waren insgesamt ok, aber eben zeitlich zu aufwendig. Die aktuellen Webseiten basieren auf HTML-Templates, die auch vom Zeitaufwand her nicht tragbar sind.

Hat ein Scamvorgang nur eine Mail, so dauert die Erstellung des Artikels kaum eine Minute. Sind in dem Vorgang auch Bilder zu veröffentlichen, so dauert die Erstellung etwas länger, da die Bilder auf den Server geladen werden müssen.

Bei den Bildern bin ich sehr darauf bedacht, dass Gesichter von Kindern nicht zu erkennen sind. Ich verzichte dann sogar auf eine Veröffentlichung. Sollte mir aber mal ein Bild durch die Lappen gehen, so kann man mir gerne eine Mail mit dem entsprechenden Link senden, damit ich den Fehler beheben kann. Die Mailadresse ist: info@django-hurtig.com


Ich betreibe die Jagd auf Scammer seit Juli 2010, also seit nunmehr genau 10 Jahren. In dieser Zeit habe ich viel gelernt. Insbesondere habe ich gelernt, dass meine Arbeit ein kleiner Teil einer großen Gemeinschaftsleistung ist. Daher lege ich keinerlei Wert darauf, dass die von mir veröffentlichten Scamvorgänge mir gehören. Sie gehören der Allgemeinheit. Ich sehe meine Arbeit als Ehrenamtliche Tätigkeit an. Auch wenn sie als solche nicht wirklich anerkannt ist.

Alle seriösen Antiscam-Seiten, vorneweg anti-scam.de, sind aufgefordert und aufgerufen sich zur Erleichterung ihrer Arbeit und zur lückenlosen Dokumentation von Scamvorgängen auf ihren Webseiten sich meiner Artikelinhalte zu bedienen. Einzig die Mailheader sind nicht vorhanden.

Ich verdiene mit dem, was ich hier mache, nicht einen einzigen Cent. Stattdessen wende ich Geld auf, um den Webspace zu bezahlen und mein Computerquipment auf den neuesten Stand zu halten. Mir ist wichtig, dass meine Identität gewahrt bleibt.


Für einen ersten Schwung habe ich mir die vielen Mails der mutmaßlichen westafrikanischen Scammer, die ich noch nicht verarbeitet hatte, vorgenommen und dieser Webseite zugeordnet. Es sind auch schon ein paar andere Mails dabei, die mir unter die Finger kamen. Die Westafrikaner sind eher einfach gestrickt, daher ist eine Veröffentlichung im Grunde genommen nicht schwer und recht schnell erledigt.

Doch nun komme ich zu den russischen und ukrainischen Scammern. Da wird es recht kompliziert, da diese Scammer viel mit Mailinglisten arbeiten. Ihnen ist auch meist vollkommen egal, was ich als Antwort schreibe. Postwendend kommt eine Antwort, die ebenfalls wieder über eine Mailingliste oder als Autoantwort kommt.

Insofern wird die Veröffentlichung von Scamvorgängen nun etwas aufwendiger, wenn ich das will. Was ich nicht leisten kann, es sei denn es geht um einen speziellen Fall, ist, dass ich ganze Serien zusammenstelle. Nein, das wird nicht funktionieren, da es zu zeitaufwendig ist. Es wird die Ausgangsmail und ggfs. eine erste Antwort veröffenticht. Bei besonderen Fällen werde ich sorgsamer arbeiten. Ansonsten gilt: hier muss Masse raus.

Es kann daher auch vorkommen, dass Mailadressen mehrmals veröffentlicht werden. Aus Zeitgründen kann ich keine geordnete Veröffentlichung vornehmen. Das machen die Antiscam-Seiten mit ihren Mannschaften sehr viel besser als ich. Ich liefere nur Information. Das habe ich mir zum Ziel gesetzt.

Auch mit diesem Druck ist es so klar wie Kloßbrühe, dass alle veröffentlichten Vorgänge aus meiner Sicht zu 100 % Scams sind. Ohne Wenn und ohne Aber.


Ich hoffe sehr, dass meine Arbeit helfen kann. Helfen soll es potenziellen Opfern oder Menschen, die schon Opfer geworden sind, und den Antiscam-Seiten, denen vielleicht die ein oder andere Info (Mailtext und/ oder Bild) fehlt.

Sollte es keinem helfen, habe ich zumindest meinen Spaß gehabt und bin froh, wenn die kriminellen Machenschaften in den Suchmaschinen gefunden werden. So haben die Scammer ein bisschen Stress und müssen Zeit aufwenden, um meine Arbeit zu torpedieren. Dieser Gedanke erfreut mich ungemein. Dem Scammer Zeit stehlen ist mein primäres Ziel. Ich liebe es!

Hurtiger, am 30.06.2021 (28.07.2020)